Tolle FDBFN-Veranstaltung in Göttingen – leider mit Wermutstropfen

Deutschland verliert zweimal gegen spanische Blindenfußballer und leidet unter Verletzungspech

Die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft hat am 25. und 26. Juli im Göttinger Jahnstadion ihre beiden letzten Testspiele vor der EM in England gespielt. Die Veranstaltung war maßgeblich vom FDBFN organisiert und mitfinanziert und wurde ein Riesenerfolg. Mehr als 600 Zuschauer kamen an den beiden Tagen, neugierig auf die ersten Blindenfußballspiele in Göttingen – und fast alle waren begeistert und sehr beeindruckt von diesem Sport und allen seinen Akteuren. Der Ruf nach mehr Blindenfußball in Göttingen wurde laut!

Allerdings war dem deutschen Team trotz guter Leistungen gegen die europäische Spitzenmannschaft aus Spanien kein Erfolg vergönnt, denn während das erste Match sehr knapp und eigentlich unverdient mit 0:1 verloren ging, folgte am Tag darauf eine deutlichere 0:3-Niederlage.

Dabei gab es eine Europapremiere, denn erstmals wurde auf Wunsch der IBSA ein Testspiel auf Hockeytore (ca. 30 cm rundum größer als Handballtore!!) gemacht. Ziel ist es, eine höhere Torquote zu erzielen und die Attraktivität des Spiels zu verbessern. Und siehe da: Es gab am Sonntag dreimal so viele Tore wie am Samstag!

Besonders beeindruckend war am Samstag der Auftritt des Berliners Kofi Osei, der bei seinem ersten Spiel nach über einem Jahr mit spektakulären Torschüssen aufwartete und mit einem Lattenkracher viel Pech hatte. Viel schlimmer allerdings war das große Verletzungspech bei der deutschen Mannschaft. Im ersten Spiel verletzten sich Ali Pektas (Kreuzbandriss!) und Vedat Sarikaya (Knöchelprellung) so schwer, dass sie am Folgetag nicht mehr antreten konnten. Und zu allem Überfluss traf es dann am Sonntag auch noch den Mannschaftsführer Alex Fangmann, der einen Außenbandabriss am Knöchel erlitt.

Dieses Pech trübte den Erfolg der Göttinger Veranstaltung erheblich, denn mit dem Ausfall von Pektas und Fangmann fehlen der deutschen Mannschaft bei der EM zwei Schlüsselspieler. Und es sollte noch dicker und tragischer kommen: Am vergangenen Samstag verunglückte ein weiterer Stammspieler der Mannschaft, Mulgheta Russom, schwer, als er einen Unfall mit einer Stuttgarter S-Bahn hatte und seither mit schweren inneren Verletzungen im Krankenhaus liegt. Auch er fällt für die EM aus.

Wir alle wünschen ihm von dieser Stelle aus das Allerwichtigste: Gute, baldige und vollständige Genesung !!